Die Geschichte
meiner Imkerei
Was an Billighonig dran ist!
Warum ist
der eine Honig flüssig, der andere Honig fest?
(oder: Was bedeutet eigentlich "kaltgeschleudert"?)
Die Geschichte meiner Imkerei
oder wie wird ein Maschinenbau Ingenieur zum Imker
Als im Frühling 1976 meine damalige Lebensgefährtin mich überraschend
begrüßte mit den Worten: "Rate mal, was ich heute im Garten eingefangen
habe..." war es um mich geschehen. Da stand in unserem Keller eine
Waschschüssel (mit einem Tuch abgedeckt) ein Bienenschwarm !
"Da war doch in der Nachbarschaft ein Imker" war die Überlegung "Der
weiß, was jetzt zu tun ist!" Und schon stand im 400 qm kleinen Garten ein
Kasten mit dem Bienenvolk.
Noch im nächsten Frühling wurden weitere Bienenvölker hinzugekauft,
Bienenkästen gebaut und im Herbst 1977 standen schon 18 Völker im Garten! Im
darauf folgenden Frühling mußte dann, damit auch eine große Ernte
eingefahren werden konnte, mit den Bienenvölkern "gewandert" werden. Erst
einmal ging es in die Obstbäume ins Alte Land (Hamburg) und dann zur
Ostseeinsel Fehmarn in die großen Rapsfelder! Anschließend ins Sauerland in
den Wald und später noch in den Schwarzwald. So habe ich dann den
Sommer mit Handschuhen, Stiefeln und Imkeranzug verbracht.
In den nächsten Jahren wurde die Imkerei immer weiter vergrößert; auch
ein Umzug aufs Land wurde vollzogen. Das viele Material braucht ja auch
Platz. Durch intensive Wanderung stiegen dann auch die Honigernten.
Aber was passierte in den Jahren mit dem Honigpreis? Die Imker aus
Ostdeutschland exportierten für harte DM in die BRD zum subventionierten
staatlich garantierten Spitzenpreis! Die Großhandelspreise gingen in 20
Jahren kontinuierlich zurück. Dann kam die Varroamilbe aus Asien. Den Imkern
wurde amtstierärtzlich die chemische Keule verordnet.
"Ohne zugelassene
Medikamentenbehandlung keine Wandergenehmigung"
Heute haben die Imker mit Resistenzbildung bei den Milben zu
kämpfen, und was noch schlimmer ist, weltweit Rückstände im Honig. Diese
Vorschrift wurde glücklicherweise wieder geändert. Allerdings ist Perizin
immer noch das Allheilmittel für die meisten Imker gegen die Varroamilbe.
Es geht auch anders!
Die Landwirtschaft ist so erfolgreich: produziert Überschüsse an
Milch und Fleisch und zerstört gleichzeitig die Vielfältigkeit an
Vegetation. Wo vor einiger Zeit noch abwechslungsreiche Wiesen waren
(Sauerland bsplw.) haben die großen Milchproduzenten gut
gedüngte, artenarme
Pflanzenmonokulturen geschaffen mit hohem Blattgrünanteil
(z.B. Löwenzahn).
So könnte auch ihre Wiese zu Hause
aussehen: Vielfältigkeit bei
Pflanzen und Tieren

Seit 1993 habe ich meine Imkerei umgestellt auf extensive
Betriebsweise! D. h. Biotope aufspüren und dort Honig ernten.
Bei mir können Sie Honig erwerben, der mit der größten
Sorgfalt und Know How selbst produziert wurde. Bei mir kann es auch
vorkommen, dass der Honig ausverkauft ist. Zugekauft wird nicht !! Die
schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit mit zugekauftem Honig verbieten
diese Maßnahme!!
Was an Billighonig dran ist!
Bienenhonig kann, wie der Name schon sagt, nur von Bienen hergestellt
werden. Wieso ist dann der eine Honig so günstig und der andere wiederum so
teuer?
Das liegt zum größten Teil am Herstellungsland. Erstens sind die Löhne für
die Imker niedriger, das ist klar. Aber ein zweiter entscheidender Faktor
kommt hinzu: In Deutschland gibt es strenge Richtlinien, die die Herstellung
von Honig unter bestimmten Voraussetzungen verbieten. Im Ausland ist das
anders. Er unterliegt dort nicht, wie in Deutschland einer Art
"Reinheitsgebot".
Warum ist der eine Honig flüssig, der andere Honig fest?
Im Grunde genommen ist jeder Honig erstmal flüssig. Aber auch nur, weil
er von den Bienen im Stock auf einer konstanten, warmen Temperatur gehalten
wird. Nun entnimmt der Imker die Waben und geht zu seinem Schleuderraum, um
die Waben kalt (bei ca. 20°C) auszuschleudern. Nach dem Schleudern wird er
innerhalb von ein paar Tagen fest. Damit die Konsistenz schön cremig ist,
wird der Honig in dieser Zeit gerührt.
Um ihn dauerhaft flüssig zu bekommen wird er stark
erhitzt.
ABER: Es gibt gegenüber dem festen oder cremigen Honig einen
gravierenden Qualitätsunterschied: Durch das starke Erhitzen
werden viele chemische Strukturen zerstört und die typische Wirkstoffe, die
den Honig zu etwas besonderem machen, gehen verloren.
Flüssigen Honig (superfrisch geschleudert, nicht erhitzt) versende ich nach
Bekanntgabe in meinem Emailverteiler nach Vorbestellung nur 2-3 Mal pro Jahr
in der laufenden Ernte.
Der Emailverteiler steht übrigens nur meinen Kunden zur Verfügung. |